Sergeij Prokofjev
Sergeij Prokofjev

Sergej Prokofjew (1891-1953)

Сергей Сергеевич Прокофьев

 

 

  • Cellosonate D-Dur, op. 119
    1949 komponierte Sergej Prokofiev die Cellosonate C-Dur, op. 119. Der Komponist befand sich damals in einem schwierigen Loyalitätskonflikt mit dem Zentralkomitee der KPdSU, dem ein Jahr zuvor die offizielle Anklage wegen Formalismus voranging. Die offizielle Anklage wegen Formalismus, Kleinbürgertum und westlicher Dekadenz entsprang der stalinistischen Säuberungswelle, die 1936 mit einem einschüchternden Artikel in der Moskauer Prawda mit dem Titel „Chaos statt Musik“ eröffnet wurde. Dies war eine Abrechnung mit der Moderne, aus deren Folge Schostakowitsch und andere Neutöner in künstlerische Bedrängnis gerieten. Prokofiev wurde zu grösserer Volkstümlichkeit und Massenwirksamkeit in seinem Schaffen aufgefordert. Die Cellosonate, als eines seiner letzten Werke, ist demnach von konservativerer Grundstimmung, jedoch klug gepaart mit einer neuartigen Expressivität, deren sublime Wirkung den stalinistischen Kulturwächtern jedoch verborgen blieb.
    Die Uraufführung des Werkes fand am 1. März 1950 im Moskauer Konservatorium mit Mstislav Rostropovich am Cello und Sviatoslav Richter am Klavier, statt. Vorgängig musste die Komposition jedoch der sowjetischen Komponisten-Union vorgestellt werden, deren strenge Juroren dann über Annahme oder Ablehnung einer Komposition bestimmten.
  • Sonata für zwei Violinen op. 56

 

Bereits 1918, aufgrund der schwierigen Situation nach der Oktoberrevolution, entschloss sich Prokofiev Russland zu verlassen und zog in die USA. Dort gelang es ihm jedoch nicht, Fuss zu fassen, so dass er sich im April 1920 nach einem finanziellen Fiasko in Frankreich niederliess. In den folgenden Jahren lebte er abwechselnd im bayerischen Ettal und in Paris. 1936 übersiedelte er jedoch endgültig nach Moskau.