Reinhold Moritzewitsch
Reinhold Moritzewitsch

Reinhold Moritzewitsch Glière (1874-1956)

Рейнгольд Морицевич Глиэр/ Reingold Moritzewitsch Glier

 

Reinhold Moritzewitsch Glière war der Sohn eines aus KIingenthal im Vogtland nach Kiew ausgewanderten Blasinstrumentenmachers und einer Polin. Ab 1891 erhielt er bei Otakar Sevcik Violinunterricht an der Kiewer Musikschule, bevor er 1894 seine Studien am Moskauer Konservatorium begann. Seine glänzenden und erfolgreichen Abschlüsse brachten ihm sogleich eine Anstellung an der Gnesin Musikschule in Moskau und später die Ernennung zum Direktor des Konservatoriums in Kiew. Später unterrichtete er Komposition am Moskauer Konservatorium. Viele seiner Schüler, zu denen auch Sergej Prokofjew gehören, entwickelten sich zu namhaften Komponisten. Glière war in der Sowjetunion eine hoch angesehene Persönlichkeit. Sein Kompositionsstil baut auf drei Elementen auf: die folkloristischen Wendungen in der Harmonik und die Synthese von russischem Tonfall und impressionistischen Einflüssen. „Les vendredis“ waren im 19. Jahrhundert die berühmten Soireen des Mäzen Mitrofan Petrovitsch Beljajev, in dessen Haus in St. Petersburg Musiker, Literaten und bildende Künstler verkehrten. Musikergäste waren neben Tschaikowski auch Rimsky-Korsakow, Tanejew, Sokolov, Liadow und Glasunov, die jeweils ihre neuesten Kompositionen anlieferten um sie dann im Freundeskreis vorzutragen. Besonders interessant ist aus dieser Zeit eine „Polka“, bei deren Komposition gleich drei Komponisten beteiligt waren. Die Serenade von Nikolai Artcibuscheff spiegelt aufs Schönste das Lebensgefühl dieser kunstssinnigen und privilegierten Kreise.