Franz Berwald
Franz Berwald

Franz Berwald (1796-1868)

 

 

Franz Berwald wurde in eine schwedische Musikerfamilie deutscher Herkunft geboren. Franz Berwald nahm bei seinem Vater Violinstunden und studierte möglicherweise Komposition bei Édouard Dupuy. 1812-28 war er mit zwei Unterbrechungen Violinist (später Violist) in der Hofkapelle am Königlichen Theater.

Die meisten frühen Kompositionen Berwalds sind verloren oder von ihm selbst zerstört. Sie stießen in Schweden wegen ihrer kühnen Harmonien auf Ablehnung. Nach weiteren Enttäuschungen in der Heimat ging Berwald 1829 nach Berlin.

 

Dort widmete er sich orthopädischen Behandlungen, die er den Armen sogar kostenlos zukommen ließ, und gründete 1835 ein eigenes orthopädisches Institut. 1841 reiste er nach Wien, wo er seine Berliner Mitarbeiterin Mathilde Scherer heiratete und seine bedeutendsten Werke zu schreiben begann, die vier Sinfonien und die sinfonischen Dichtungen. 1842 nach Stockholm zurückgekehrt, erlebte er erneut die Ablehnung der konservativen schwedischen Musikwelt Die Sinfonie sérieuse, die einzige seiner Sinfonien, die er zu seinen Lebzeiten hörte, erklang in einer miserablen Aufführung unter seinem Vetter Johan Fredrik. 1846-49 reiste Berwald wieder durch Europa, hatte zwar in Paris keinen Erfolg, wurde jedoch 1847 Ehrenmitglied des Salzburger Mozarteums. Nach seiner Rückkehr nach Schweden 1849 wurde Berwald erneut bei der Besetzung zweier wichtiger Stellen übergangen. Weder wurde er Nachfolger seines Vetters als Dirigent der Königlichen Oper in Stockholm, noch Musikdirektor an der Universität Uppsala. So leitete er ab 1850 eine Glasfabrik, später auch eine Sägemühle, in Sandö im Ångermanland in Nordschweden.

 

Erst 1864 wurde er Mitglied der Königlichen Musikakademie. Dort erhielt er endlich 1867 unter größten Widerständen eine Kompositionsprofessur, doch starb er bereits im folgenden Jahr. Viele bedeutende Musiker setzten sich zu seinen Lebzeiten und danach für Berwalds bemerkenswerte Kompositionen ein, doch hat er bis heute noch nicht die ihm gebührende Stellung in der Musikgeschichte eingenommen.