SCHOECK ZYKLUS

Connaissez-vous 2006/2007

Othmar Schoeck (1886–1957)
Othmar Schoeck (1886–1957)

Anlässlich des 50. Todestages von Othmar Schoeck (1886–1957) finden in der Dorfkirche in Riehen 5 Konzerte statt, die dem bedeutenden Schaffen dieses grossen Schweizer Komponisten gewidmet sind.

 

Schoeck gehört neben Arthur Honegger und Frank Martin zweifellos zu den bekanntesten Tonschöpfern helvetischer Prägung. Im Gegensatz zu Honegger und Martin, die beide im Ausland wirkten und bekannt wurden, ist Schoeck seiner innerschweizer Heimat Brunnen, wo er 1886 geboren wurde, stets verbunden geblieben. Ein kunstbeflissenes und begütertes Elternhaus – sein Vater war Kunstmaler, die Mutter entstammte der Hotelierfamilie Fassbind – begünstigte seine musikalische und künstlerische Entwicklung. Bis zu seinem 18. Lebensjahr widmete er sich sowohl der Malerei als auch der Musik, folgte jedoch seiner Neigung  zur Musik und schrieb sich 1904 am Konservatorium in Zürich ein. Unter den Lehrern war es neben Friedrich Hegar und Lothar Kempter der ungarische Pianist Robert Freund, der ihn besonders beeindruckte.

 

1907/08 besuchte er in Leipzig die Meisterklasse für Komposition bei Max Reger. Während sein Werk bis zu seinem Tod 1957 internationale Beachtung fand und von namhaften Interpreten (wie Dietrich Fischer-Dieskau) aufgeführt wurde, verschwand es in den 1960er Jahren als «unzeitgemäss» weitgehend aus den Konzertsälen.

 

Seit den späten 80er Jahren des 20. Jahrhunderts ist ein neu erwachtes Interesse an Schoecks Kompositionen zu beobachten, das sich in zahlreichen und vielbeachteten Aufführungen (beispielsweise die Oper «Penthesilea» am Lucerne Festival 1999) sowie in einer grossen Zahl von Einspielungen und wissenschaftlichen Publikationen niederschlägt.

 

Schoecks Kunstauffassung, namentlich das Festhalten am Ausdrucksprinzip, sowie seine Bewunderung für Mozart und Haydn, wurzelt in der Tradition des 19. Jahrhunderts. Das heisst nicht, dass er sich den Techniken der Moderne verschlossen hätte, wohl aber, dass er die Extreme, wie überhaupt alles, was nur dem Kalkül und nicht der vom «Ergriffen sein» bewegten Inspiration entsprang, ablehnte.

 

Künstlerische Leitung: Thomas Wicky-Stamm