Franz Schubert (1797-1828)
An diesem Streichquintett in C-Dur aus dem Todesjahr 1828 von Franz Schubert kann man erkennen, welch weiten Weg die stilistische Entwicklung seit Mozart genommen hat. Äusserlich betrachtet liegt diesem Werk das gewohnte klassische Modell des Sonatenzyklus zu Grunde und dennoch treten wir hier in eine völlig andere, neuartige Klangwelt ein und begegnen zugleich einem der einsamen Gipfel der gesamten Kammermusikliteratur. Auffällig ist, dass Schubert sich in der Besetzung von der noch jungen Tradition löst, die bei Mozart und Beethoven zwei Bratschen, aber nur ein Violoncello vorsah. Schubert folgt hier Boccherinis Vorbild. Das 2. und das 1. ganz unabhängige Cello verleiht dem Werk das dunklere, vollere Timbre und ermöglicht zugleich eine wirkungsvolle Doppelgleisigkeit der tiefen Klangregion. Über diesem einzigartigen Werk, das auch in zeitlicher Dimension ins Riesenhafte angewachsen ist, liegt ein unbeschreiblicher Klangzauber edelster Romantik.
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